Anmerkungen zum Ölgemälde WV-Nr. 1350:

Der Hof der Familie Becker in Tammhausen war für Arthur Eden weit mehr als ein geografischer Ort. Hier wuchs seine spätere Ehefrau Harmina Luise Becker mit ihren Geschwistern auf – hier lagen die Wurzeln der Familie, mit der er sein Leben verbinden sollte. Tammhausen wurde für Eden zu einem Ort persönlicher Verbundenheit, künstlerischer Inspiration und innerer Ruhe. Die Gemälde, die er dort schuf, halten nicht nur die Landschaft fest, sondern auch die Atmosphäre dieses Hofes – ein Stück gelebter Familiengeschichte.

Die Natur, die Weite und die Stille des Ortes, vor allem aber die Nähe zur Familie Becker, zogen Eden immer wieder nach Tammhausen. Oft kam er mit dem Fahrrad, auf der Suche nach dem richtigen Licht für seine Arbeit. Als junger Mann arbeitete er dort an einem großformatigen Gemälde des Hofes, das sein späterer Schwager Otto Becker bei ihm in Auftrag gab. Doch der Himmel wollte sich nicht so zeigen, wie Eden es sich wünschte – das Spiel von Licht und Wolken, das er für die gewünschte Stimmung brauchte, blieb zunächst aus. Diese Herausforderung wurde Teil des schöpferischen Prozesses.
So entstand ein liebevoll und detailreich ausgeführtes Werk mit flächigem Farbauftrag. Es gehört zu seinen frühen Arbeiten und trägt seine Signatur mit Vor- und Zunamen – eine Form, die er später nicht mehr verwendete. Das 116 Zentimeter breite Gemälde hing über viele Jahrzehnte in den Wohnräumen des Hofes und blieb damit im Herzen jenes Ortes, der es hervorgebracht hatte.
Die Bezahlung erfolgte in Naturalien – zu jener Zeit keine Seltenheit. Darüber hinaus sollte Eden später auch Porträts von Familienangehörigen anfertigen und so zur bildlichen Erinnerung an die Becker-Familie beitragen. Seine Kunst verband sich hier unmittelbar mit familiärer Geschichte.

Aus der engen Verbindung zur Familie Becker erwuchs schließlich eine lebenslange Partnerschaft. Am 23. April 1929 heiratete Arthur Eden die zwölf Jahre jüngere Harmina Luise Becker. Mit dieser Eheschließung wurde Tammhausen endgültig zu einem zentralen Bezugspunkt in seinem Leben – als Elternhaus seiner Frau, als Ort gemeinsamer Erinnerungen und als familiärer Rückhalt.

1930 wurde die erste Tochter Irma geboren, 1944 folgte Theda. Über Jahrzehnte blieben Arthur und Harmina einander verbunden. Harmina Eden starb am 20. Februar 1986. Sie ist neben ihrem Ehemann in Sillenstede begraben – ein stiller Hinweis darauf, dass ihre gemeinsame Lebensgeschichte, die in Tammhausen ihren Anfang nahm, auch über den Tod hinaus verbunden bleibt.
Autor: Andreas Grundei












